Károly Markó

Károly Markó d. Ä.
(Leutschau, heute Levo?a, Slowakei 1793 - 1860 Villa Appeggi bei Antella, Toskana)

Italienische Landschaft mit Regenbogen, Pisa 1841

Öl auf Leinwand, 43 x 62 cm,
Signiert, bezeichnet und datiert unten rechts C. Markó p. Pisis 1841

Provenienz:
Sotheby‘s München, Auktion, 8.12.1998, Los 57;
Sammlung Rudolf August Oetker (1916-2007);
Amerikanische Privatsammlung.

 

Unser Gemälde, 1841 in Pisa entstanden, ist ein typisches Werk des ungarischen Malers Károly Markó[1] aus seiner Zeit in Italien. Auf diesen Bildern beschäftigt er sich des Öfteren mit atmosphärischen Phänomenen wie ein herannäherndes oder tobendes Gewitter und auch Regenbogen. Vor dem Auge des Betrachters breitet sich eine weit in die Tiefe führende Landschaft aus. Eingebettet in eine mediterrane Landschaft mit knorrigen alten Eichen und einer reicher Vegetation im Vordergrund erscheint ein doppelter Regenbogen. Ziegenhirten finden Schutz vor dem Regen in einem Unterschlupf unter großen Steinen. Eine Frau und ihre Tochter beeilen sich, die gewaschene Wäsche nach Hause zu tragen. Markós Interesse am aktuellen italienischen Alltag kombiniert er mit Kulissen der Vergangenheit, in diesem Fall eine römische Brücke und im Hintergrund eine Burg.

Den größten Teil seines Œuvres machen antike und biblische Themen sowie Landschaften mit volkstümlichen Personen aus. Seine romantischen Landschaftsbilder besitzen eine besonders anziehende Lichtstimmung.

Erst mit siebenundzwanzig Jahren begann Markó seine künstlerische Ausbildung, zunächst 1818-1821 in der Zeichenschule in Pest und ab 1822-1823 an der Wiener Akademie der bildenden Künste in der Klasse historisches Zeichnen. Zuvor arbeitete er als Vermessungsingenieur in der heutigen Slowakei und schulte sich nebenbei autodidaktisch. In Wien war er 1826 erstmals an der akademischen Jahresabschlussausstellung vertreten, hatte erste Erfolge und galt schnell als der meistausgestellte ungarische Gegenwartskünstler.[2] Zu dem großen Vorbild, an dem sich Markó in seinen Werken orientierte, zählte vor allem die lichterfüllten, nostalgischen Italienansichten von Claude Lorrain (1600-1682).

Mit der Unterstützung des Wiener Bankiers Jacob Geymüller, für den er zahlreiche ungarische Landschaften malte, war es Markó schließlich möglich, sich in Rom niederzulassen. Frau und Kinder blieben in Wien. Dort knüpfte er Verbindungen zum österreichischen Maler Joseph Anton Koch (1768-1839) und dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844). Mit deren Unterstützung und der Vermittlung Geymüllers erhielt er in kürzester Zeit zahlreiche Aufträge der österreichischen und italienischen Aristokratie. 1838 zog er zusammen mit seiner Familie nach Pisa und 1843 nach Florenz, wo er zum Ehrenmitglied der Accademia di Belle Arti ernannt wurde. Mitgliedschaften der Akademien in Venedig und Arezzo folgten. In den darauffolgenden Jahren musst er das Malen aufgrund einer Augenerkrankung drastisch einschränken. 1848 zog sich Markó in die Villa Appeggi bei Antella bei zurück. Nur 1853 erfolgte eine letzte Reise nach Budapest; 1862 war der Maler auf der Londoner Weltausstellung präsent: Markò war damals der einzige international anerkannte ungarische Künstler. Seine Söhne Károly d. J., András und Ferenc setzten nach dem Tod des Vaters 1860 die Maltradition fort.


  1. Zu Markós Biographie siehe Károly Markó and His Circle. From Myth to Image, Kat. Ausst. Budapest, Magyar Nemezeti Galéria, Mai-Oktober 2011, S. 31-40. ?
  2. Károly Markó, op. cit., S. 33. ?

 

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